"Das Potenzial von KI ist enorm!"

Simone Robeis von der Steuerungsgruppe IT KONSENS beleuchtet die Chancen Künstlicher Intelligenz für Finanzämter und Softwareentwicklung.

Simone Robeis

Simone Robeis ist Vertreterin Bayerns in der Steuerungsgruppe IT bei KONSENS und verantwortet die strategische Ausrichtung des Gesamtvorhabens mit.

» KI verbessert die Qualität der Software, die in der Steuerverwaltung zum Einsatz kommt.«

Frau Robeis, die Steuerverwaltung erlebt aktuell einen spürbaren Wandel. Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz (KI) dabei?

Künstliche Intelligenz wird gezielt eingesetzt, um Routineaufgaben zu übernehmen, Arbeitsabläufe zu beschleunigen und den Service für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen zu verbessern. Sie entlastet Beschäftigte in den Finanzämtern und in der IT-Entwicklung bei KONSENS, damit sie sich komplexeren Aufgaben widmen können.  

Wie erleichtert KI konkret den Arbeitsalltag im Finanzamt?

KI-Modelle erkennen beispielsweise standardisierte Muster in Steuererklärungen und schließen Routinefälle automatisiert ab (mehr erfahren: Seite 9). Im sogenannten KI-Know-how-Pool von KONSENS haben wir zudem viele weitere Ideen mit den Ländervertretungen erarbeitet. Eine dieser Ideen ist beispielsweise das KI-Texttool (KITT). Die Anwendung wird Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Ämtern einen niedrigschwelligen Zugang zu den Funktionalitäten großer Sprachmodelle ermöglichen, zum Beispiel, um Texte zusammenzufassen oder zu übersetzen. Bereitgestellt wird sie in den Benutzeroberflächen KDialog und KOckpit. 

Auf welche Weise unterstützt KI künftig die Softwareentwicklung in KONSENS?

KI entlastet einerseits unsere Teams von monotonen Arbeitsabläufen. Andererseits beschleunigt sie die Entwicklung, erhöht die IT-Sicherheit und verbessert die Qualität der Software, die in den Finanzämtern zum Einsatz kommt.

Wie bringen Sie die Technologie in die Praxis?

Die Vorteile von KI lassen sich nur in enger Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen, den Entwicklungsteams in den Ländern und den übergreifenden KONSENS-Verantwortlichen realisieren. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Koordinierungsstelle KI in KONSENS (KoKI KONSENS). Sie steuert ein breites Spektrum an Themen, ob rechtliche Fragestellungen beim Einsatz Künstlicher Intelligenz oder die Pflege des sogenannten KI-Atlas: ein Analyse-, Design- und Planungsinstrument, das zur strukturierten Abbildung von KI-Projekten in KONSENS dient.

Sensible Daten müssen bei der Nutzung von KI geschützt bleiben. Mit welchen Maßnahmen stellt KONSENS das sicher?

Ein zentrales Prinzip ist die digitale Souveränität: KONSENS setzt auf Lösungen aus eigener Entwicklung und einen Betrieb in den ländereigenen Rechenzentren. So wird gewährleistet, dass sensible Steuerdaten im geschützten Verwaltungsnetz bleiben – rechtssicher, vertrauenswürdig und datenschutzkonform. Außerdem haben wir bereits früh KI-Pilotprojekte in den Auftrag nehmenden Ländern aufgesetzt, um Erfahrungen im technischen Betrieb des KONSENS-Umfelds und bei den Nutzerinnen und Nutzern in den Finanzämtern zu sammeln.

Ihr Fazit: Welches Potenzial hat Künstliche Intelligenz für die Steuerverwaltung?

Das Potenzial von KI für die Steuerverwaltung ist enorm: von schnelleren Entscheidungen bis hin zur effizienteren Nutzung personeller Ressourcen. KI reduziert den Aufwand in den Finanzämtern und verkürzt Bearbeitungszeiten – ein direkter Gewinn für den Bürgerservice. Klar ist aber auch: Technik allein genügt nicht. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Finanzämtern müssen bundesweit eingebunden und kontinuierlich geschult werden. Prozesse müssen angepasst und rechtliche Rahmenbedingungen beachtet werden. Nur so lässt sich KI dauerhaft sinnvoll, sicher und wirksam in der Steuerverwaltung einsetzen.

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